Reference : "in Gegenrichtung voran" - Alternde Avantgarden
Parts of books : Contribution to collective works
Arts & humanities : Literature
http://hdl.handle.net/2268/35700
"in Gegenrichtung voran" - Alternde Avantgarden
German
Pontzen, Alexandra mailto [Université de Liège - ULg > Département des langues et littératures modernes > Langues et littératures modernes (littérature allemande) >]
2011
Alternde Avantgarden
Pontzen, Alexandra mailto
Preußer, Heinz-Peter
Winter
7-28
Heidelberg
[en] Die Protagonisten der gesellschaftlichen Reformbewegungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts überschreiten zur Zeit traditionelle Altersgrenzen. Sah Gottfried Benn noch „Altern als Problem des Künstlers“, so stellt sich aktuell, nicht nur aus demographischen Gründen, die Frage nach dem „Altern der Avantgarden“ als Problem der Mehrheitsgesell-schaft: Wie konzipieren und diskursivieren die Nachkriegs-Avantgarden, die auf ästheti-sche und soziale Progression abzielten, Altern?
Im Altersstil der Avantgarden, ihren Schreibweisen, Lebensformen und Gesellschafts-entwürfen kondensiert sich ein Projekt des Alterns, das in der Verbindung von Kunst und Lebenswelt die historischen Avantgarden fortzuführen verspricht. Doch welchen systemi-schen Platz und ästhetischen Rang kann der Prozess des Alterns in Wertehorizonten einnehmen, innerhalb deren Jugendlichkeit als Voraussetzung der Erneuerung gilt? Was nutzt es, als Avantgarde der Mehrheit voraus zu sein in einer Lebenssituation, die statt durch Zukunftsoffenheit durch Zukunftslosigkeit charakterisiert ist?
Der Band untersucht Denk- und Stilfiguren, Erzählmodelle und Bildentwürfe, die den immanenten Widerspruch ‚alternder Avantgarden‘ aufgreifen und in unterschiedlichen Konzepten, Medien und Textformen umsetzen: Altern als Kanonisierung im Mainstream (68er), als Selbsthistorisierung (Frauenbewegung), als Subversion und Resignation (DDR-Avantgarden nach der Wiedervereinigung), als Frage der Halbwertszeit der digitalen Avantgarde und der ‚neuen‘ Medien (Internet und Buchmarkt), als Verdrängungskampf der Generationen (Literaturkritik), als Grenzgang zwischen gesellschaftspolitischer Liberalität und ästhetischer Belastbarkeit (hedonistisch-selbstbewusste Pop-Generation), schließlich: als Prozess im Spannungsverhältnis von progressiver Gesellschaftspolitik und konservativer Geschmacksästhetik.
Researchers ; Professionals ; Students
http://hdl.handle.net/2268/35700

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